Während sich WARNING auf die Veröffentlichung von „Rituals of Shame“ vorbereitet – ihrem ersten neuen Album seit zwanzig Jahren –, äußert sich Sänger und Gitarrist Patrick Walker bescheiden darüber, was zu diesem Moment geführt hat. In den letzten zwei Jahrzehnten schrieb und veröffentlichte er weiterhin Musik, zufrieden damit, dass er mit WARNING erreicht hatte, was er sich vorgenommen hatte. In diesen Jahren wuchs das Interesse an WARNING und es bildete sich ganz organisch eine begeisterte Fangemeinde. Insbesondere das Album „Watching from a Distance“ aus dem Jahr 2006 hat Kultstatus erlangt.
Als Reaktion auf eine Zeit des Umbruchs in seinem Leben wandte sich Walker dem Schreiben neuer Songs zu, und es wurde schnell klar, dass diese zu WARNING gehörten. Anfang Januar 2025 begann er mit einer völlig leeren Leinwand und füllte sie Stück für Stück mit Ideen, aus denen schließlich die Songs von „Rituals of Shame“ entstanden. Seine Arbeit an dem Projekt wurde zu einer Vollzeitbeschäftigung.
Nachdem er die fünf Songs erfolgreich als Demo aufgenommen hatte, zog sich Walker in ein abgelegenes Haus auf einem Hügel außerhalb von Florenz zurück, um die Texte zu überarbeiten. Die Aufnahmen fanden im „The Arch Studio“ statt, einer 140 Jahre alten ehemaligen Kirche in Southport, Großbritannien. Chris Fullard (Idles, Sunn O))), Ulver) übernahm die Aufnahme und den Mix.
Walkers lebenslange musikalische Inspirationen lassen sich in „Rituals of Shame“ nachverfolgen. Die ambitionierten strukturellen Arrangements erinnern an Marillions komplexe, aber mitreißende, episodische Songs. Sie bewahren eine Kargheit, die an June Tabors sparsame Arrangements erinnert; reich an Melodie, aber mit einer durchscheinenden Atmosphäre. Patrick nennt John Brenner von Revelation als eine beständige Inspiration und schreibt ihm zu, die Idee eingeführt zu haben, wie man Heavy-Metal-Musik mit bedeutender emotionaler Tiefe erfüllen kann.
Walker, der sich oft nur ungern auf die Einzelheiten seiner Texte einlässt, räumt jedoch ein, dass die Entstehung dieses Albums eine direkte Reaktion auf die unmittelbaren Sorgen seiner aktuellen Lebensphase war. „Rituals of Shame“ greift zudem die immer wiederkehrenden Themen und Fixierungen auf, die den Großteil seines Schaffens geprägt haben: Schuld, Scham, persönliches Versagen, Besessenheit, Sehnsucht und Trennung, aber vor allem, wie er sagt, Liebe.