Tori Amos ist keine Person die einen Lockdown genießen würde. Sie spielt live, seit sie dreizehn Jahre alt ist. Sie verbringt ihr Leben zwischen Cornwall, Florida, und unterwegs. Ihre Songs schreibt sie auf Reisen und beim Beobachten. Aber ohne Live-Musik, Reisen und überhaupt ohne viel zu beobachten, hatte Amos eine schwierige Zeit während der Pandemie. Sie verbarrikadierte sich in Cornwall und geriet in eine persönliche Krise, die jedem bekannt vorkam, der unter dem dritten Lockdown in Großbritannien litt - dem im Winter, der ewig zu dauern schien...
Allen Widrigkeiten zum Trotz führte diese Krise zu "Ocean to Ocean", Amos' persönlichstes Werk seit Jahren - ein Album voller Wärme und Verbundenheit, mit tiefen Wurzeln in ihrem frühesten Songwriting.
"Dies ist eine Platte über deine Verluste und wie du mit ihnen umgehst", sagt sie. "Wenn man lange genug gelebt hat, kann man zum Glück erkennen, dass man sich nicht wie die Mutter fühlt, die man sein möchte, die Ehefrau, die man sein möchte, die Künstlerin, die man sein möchte. Mir wurde klar, dass man von dem Ort aus schreiben muss, an dem man sich befindet, um das zu ändern. Ich befand mich in meiner eigenen privaten Hölle, also sagte ich mir, dann schreibst du eben von dort aus - du hast es ja schon mal gemacht..."