Es gibt Alben, die einfach nur existieren, und dann gibt es solche, die sich wie Monumente anfühlen, die aus der Asche auferstehen. Das vierte Full-Length-Album von Thronehammer, „Slay | Kill | Erase“, gehört eindeutig zu letzterer Kategorie – ein kolossales 74-Minuten langes Meisterwerk, das sich nicht in die engen Grenzen eines Genres pressen lässt. Die 2012 gegründete deutsch-britische Band, die von Stuart West geleitet wird, bewegt sich schon immer an der Grenze zwischen epischem Doom und etwas viel Größerem, doch hier haben sie sich in völlig neues Terrain vorgewagt.
Schon beim erdrückenden Opener, der den gleichen Titel wie das Album trägt, wird klar, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Doom-Album handelt. Die kraftvollen Vocals von Katharina Gillham erheben sich über eine Landschaft aus gewaltigen Riffs, während die dreigliedrige Gitarrenformation aus West, Tobias Utz und Daniel Ringl ein Gewebe aus melancholischen Melodien, scharfen Soli und dissonanten Klängen webt, das den Hörer in Atem hält. Die Rhythmusgruppe – Markus Ströhlein am Schlagzeug und Uwe „Void“ am Bass – sorgt für eine unerschütterliche Basis, die selbst die atmosphärischsten Passagen mit ihrer schieren Wucht stabilisiert. Und dann ist da noch Max Hemmann (Motorowl), der als Gastmusiker mit seinen Vocals eine zusätzliche Dimension zu dem ohnehin schon gewaltigen Sound hinzufügt.
Was „Slay | Kill | Erase“ von anderen Alben abhebt, ist die nahtlose Verbindung von erdrückender Härte und atemberaubender Schönheit. Songs wie „To Never Return“ und „Destroyer Ov Light“ entfalten sich zu post-rock-beeinflussten Klanglandschaften, ohne dabei an Intensität einzubüßen, während „Blade to the Heart“ und „Dethroned“ genau das Doom-Feeling bieten, das die Fans so lieben.
Der Mix von Patrick W. Engel im Temple of Disharmony ist massiv, aber dennoch klar und lässt jedes Detail atmen. Diese Band hat das Doom-Genre hinter sich gelassen – und das ist auch genau der Punkt.
Für Fans von: Bolt Thrower, Paradise Lost, Katatonia, My Dying Bride, Solitude Aeturnus