- Mitglied bei Veronica Falls, Ultimate Painting, Proper Ornaments
- Charakteristischer Lo‑Fi‑Psychedelic‑Ansatz
- Mischung aus Psychedelic, Folk, Soul, Lo‑Fi
- Für Fans von: Syd Barrett, White Fence/Tim Presley, Silver Apples, Radiohead (In Rainbows-Ära), frühem britischen Psych‑Folk
Double Exposure ist das neue Album des britischen Multiinstrumentalisten James Hoare, bekannt aus Bands wie Veronica Falls, Ultimate Painting und Proper Ornaments. Unter seinem Solo-Pseudonym Penny Arcade präsentiert er ein Werk, das noch roher, spontaner und experimenteller klingt als sein Debüt Backwater Collage (2024). Die Songs entstanden größtenteils schnell und intuitiv - aufgenommen auf einer 16-Spur-Bandmaschine, mit alten Drumcomputern, schwebenden Orgeln und reduzierten Arrangements. Gitarre ist erstmals nicht das zentrale Element, auch wenn Stücke wie "Regrets" zeigen, wie eindringlich Hoares Gitarrenarbeit bleibt. Das Album bewegt sich zwischen psychedelischen Folk-Momenten, Lo-Fi-Experimenten, souligen Anklängen und analogen Klanglandschaften, die an die Offenheit von Syd Barrett oder die Tape-Ästhetik von White Fence erinnern. Songs wie "Worst Trip", "Rear View Mirror" oder das träumerisch-verrauchíte "We Used To Be Good Friends" wirken wie spontane Momentaufnahmen - unfertig im besten Sinne, atmosphärisch dicht und voller subtiler Melodien. Double Exposure ist ein Album der Stimmungen und Schichten: ein intuitiver, unprätentiöser Blick in Hoares kreative Innenwelt, geprägt von Umbrüchen, Ortswechseln und der Schönheit des Ungefilterten.
Kompletter Pressetext:
"Double Exposure ist nicht unbedingt ein Bruch mit dem bisherigen Schaffen, doch dieses neue Album enthält einige der rohesten und am stärksten dekonstruierten Klänge, die James Hoare – bekannt von Veronica Falls, Ultimate Painting und Proper Ornaments – bislang aufgenommen hat. Vor allem treten die Gitarren erstmals in den Hintergrund. Es handelt sich keineswegs um ein „No-Guitar“-Konzeptalbum; so hat es sich einfach ergeben. Ebenso wäre es falsch zu behaupten, die Gitarren seien komplett verbannt worden – spätestens das doppelte Sechs-Saiten-Solo, das sich im mächtigen Album-Opener Regrets durch die Lautsprecher fräst, widerlegt das. Es ist nicht unbedingt „Skynyrd“, aber definitiv ein Gänsehautmoment.
Nach der großartigen Debüt-LP Backwater Collage aus dem Jahr 2024, die Hoare unter dem Pseudonym Penny Arcade veröffentlichte, ist Double Exposure eine halluzinogene Erfahrung, deren Rückgrat die Drumcomputer bilden, die die Songs maßgeblich geprägt haben. Gleichzeitig ist es ein Album der sanften Dualität. Auf die düstere Frühphase mit dem Highlight Worst Trip – ein geisterhafter Taumel durch die Zeile „the worst trip I ever had“ – folgt You’ve Got the Key, ein wunderschön verschlungenes Stück, so reich an einer typisch englischen Ausprägung von Psychedelia, dass man kaum glauben kann, es sei nicht vor fünfzig Jahren auf Band aufgenommen worden. Danach weicht die sonnige Psychedelia auf Everything’s Easy einem Hauch von Blue-Eyed Soul – ein Soundtrack für melancholische, sonnengetränkte Autofahrten. Das Album enthält vereinzelte Gastauftritte, ist jedoch größtenteils ein Werk solistischen Experimentierens: Ideen entstehen, blubbern im Stereopanorama auf und verklingen wieder. Nichts ist überdacht – dies ist ein Album der Einfälle.
Auf Rear View Mirror rücken die Drumcomputer ins Zentrum und entfalten sich wie Radiohead zur In Rainbows-Ära, gefiltert durch Silver Apples – ein dreiminütiger Trip, den man endlos in Dauerschleife hören kann. Wie so vieles auf dem Album wurde auch dieses Stück nahezu augenblicklich aufgenommen, mit einer Schlichtheit und Rohheit, die schwere Overdubs und penible Arrangements niemals hätten erzeugen können. Es ist ein Album, das ganz auf Atmosphäre setzt. James erklärt: „Ich bereitete mich gerade auf meinen Umzug in den Süden Frankreichs vor, als die Hälfte des Albums aufgenommen wurde. Das hat den Lo-Fi-Charakter der Platte beeinflusst; sie musste schnell aufgenommen werden, und das verleiht einigen Tracks eine fast demoartige Qualität.“ Wenn eines der vielen Highlights des Albums ein vernebelter, zweiminütiger Track namens Instrumental No. 1 ist, weiß man: Hier geht es darum, das Band laufen zu lassen und den Moment einzufangen.
Klickende Drumcomputer und schwebende Orgeln treten in einen Dialog mit unterschiedlichen Spielarten der Gitarre – von den ragaartigen Klängen des George-Harrison-haften Early Morning bis zum zugedröhnten, rauchgeschwängerten We Used to Be Good Friends. Double Exposure ist eine schnörkellose Sammlung von Songs. Der Abschlusstrack Riverside Drive – wie so viele der erhaben-melancholischen Höhepunkte des Albums – erscheint vollständig, löst sich dann wieder auf, bleibt nie zu lange und hallt sanft wie ein Tagtraum nach. Auch der Titel ist treffend gewählt: Double Exposure, benannt nach der fotografischen Technik, besteht aus übereinandergelegten Ideen, die nicht als feste Songteile geschrieben wurden, sondern als spontane Melodien entstanden sind und ihr eigenes abstraktes Bild formen. Das Album bewegt sich irgendwo zwischen der rastlosen Experimentierfreude von Syd Barrett und den ungehemmten analogen Innovationen von Tim Presley alias White Fence. Es ist ganz einfach, was es ist.
„Die Platte wurde auf einer 16-Spur-Bandmaschine aufgenommen, und vieles wurde direkt im Moment festgehalten, weil es genau in diesem Augenblick so klang, wie es klingen musste“, erinnert sich James. „Die meisten Songs enthalten alte, sehr einfache Drumcomputer und Orgeln; jeden Aspekt davon nachzubilden, ist, als würde man versuchen, Rauch in eine Flasche zu füllen.“
— Rupert Morrison"