Wie gut nur, dass bald Masha Qrellas neues 6. Studio-Album „Songbook“ erscheint. Dafür hat sie unter anderem tolle minimalistische Cover-Versionen von Welthits aufgenommen und lässt in Eigenkompositionen Hund, Katze, Esel und Hahn der Bremer Stadtmusikanten für ein dystopisches Singspiel von Martin Heckmanns wieder auferstehen. Sie lässt Novalis wie Saint Etienne klingen und Manfred Krug wie Thomas Brasch.
Besser gesagt: Wie Masha Qrella! Denn es ist wirklich erstaunlich, wie sie sich all diese Lieder zu eigen macht. Wie jeder Song, egal ob Barock oder Indiepop, ob in englischer oder deutscher Sprache vorgetragen, immer vor allem nach Masha Qrella klingt. Ganz egal, ob Fremd- oder Eigenkomposition.
Diese Künstlerin braucht einfach keine überbordenden Konzepte oder irgendwelche besonderen Anlässe. Alles, was sie macht, wird am Ende sowieso Musik.
„Cool Breeze“, die erste Single-Auskopplungh aus ‚Songbook‘ und gleichzeitig eine Cover-Version eines Songs der Jeremy Spencer Group.
Wenn man Masha Qrella fragt, wo sie die letzten Jahre gewesen ist, kann sie aus tiefster Überzeugung einfach „Woanders“ sagen. Ihr gleichnamiges, 2021 erschienenes, gefeiertes Album mit Thomas Brasch-Vertonungen, dem dazugehörigen, preisgekrönten Hörspiel und unzähligen Live-Konzerten hinterließen bei ihren Fans den Eindruck, dass die Berliner Musikerin mit der unnachahmlichen Stimme nur noch auf Brasch abonniert sei. Aber das stimmt natürlich nicht.
Neben ihrem Privat- und Familienleben hat die Musikerin unzählige andere Projekte verfolgt. Sie hat die Bremer Stadtmusikanten neu vertont, ein weiteres Hörspiel produziert, diverse Filmmusiken komponiert – und Lieblingslieder neu interpretiert. Nun erscheint nun mit „Songbook“ ein Album, das uns Einblicke in die Vielfalt ihres künstlerischen Schaffens gibt. Es ist beeindruckend, an welchen Orten, mit welchen Leuten sie an immer neuen Ideen gearbeitet hat, und darin mal erfolgreich war, mal scheiterte. Ein Künstlerinnenleben zwischen Opulenz und Prekariat sozusagen.