Wir lernen von den Menschen zu sprechen und von den Göttern zu schweigen. – Plutarch
Das zweite Album von Truck Violence, „The weathervane is my body“, ist ein Versuch, eine Antwort zu geben, ein Versuch der Versöhnung durch Verweigerung.
Karsyn Henderson und Paul Lecours wuchsen in einer französisch-kanadischen Stadt mit 600 Einwohnern auf und schlossen die Schule in einer Klasse von neun Schülern ab. Mit fünfzehn leiteten sie bereits ein lokales Studio und einen Radiosender. Es gab keine Unterstützung durch die Branche, keine Infrastruktur, kein Vorbild für das, was sie zu tun versuchten, nur die Arbeit selbst und die Überzeugung, dass es sich lohnte, sie zu tun.
Mit siebzehn zogen sie nach Montreal, wo sich Chris Clegg und Thomas Hart aus verschiedenen Ecken des Landes zu ihnen gesellten, und begannen, Truck Violence von Grund auf aufzubauen. „The Weathervane Is My Body“, das zweite Album der Band und das erste, das bei The Flenser aus San Francisco entstanden ist, ist das Ergebnis dieses Prozesses. Jedes Element spiegelt dies wider. Die Bandbesetzung, die Aufnahme, der Mix und die visuellen Medien wurden alle intern und ohne Einmischung von außen produziert. DIY ist hier keine ästhetische Entscheidung oder ein Marketing-Gag, sondern die einzig ehrliche Option, die zur Verfügung steht.
Das Albumcover wurde von der Band auf Film auf der Avenue du Parc in Montreal aufgenommen. Eine Gestalt thront auf einem kleinen Haus im Quebecer Stil, handgefertigt aus wiederverwerteten Materialien, den Rücken gekrümmt, die Beine angezogen, mit nacktem Rücken vor einer Skyline, die alles darunter in den Schatten stellt. Ein ländliches Element, das in den Trubel der Stadt geworfen wurde, klein und fehl am Platz und sich weigernd, zu verschwinden. Der Körper ist nackt und wehrlos, offen für jeden Reiz, den die Welt ihm zu bieten hat. Das ist das Album in einem einzigen Bild.
„The Weathervane Is My Body“ ist eine Fortsetzung, eine Erweiterung, eine weitere Zusammenführung jener wütenden Grundsatzerklärung, die ihr Debütalbum mit dem treffenden Titel „Violence“ darstellt. Verwurzelt in den Traditionen des Noise-Rock und Post-Hardcore und durchdrungen von einer DIY-Ethik, die tief in der kanadischen Underground-Kultur verwurzelt ist, ist das Album kompromisslos in seiner Weigerung, etwas anderes zu sein als das, was es ist: unmittelbar, selbstbestimmt und vollständig von den Händen geschaffen, die es erdacht haben.