Die Sache mit ill peach ist die: Diese Band existiert, weil sie zu schräg ist, um nicht zu existieren. Die Saat von ill peach wurde zuerst in den Aufnahmestudios von New York City gepflanzt, wo Pat Morrissey und Jess Corazza als professionelle Songwriter zusammenarbeiteten und mit Künstlern wie Icona Pop, SZA, Weezer, Pharrell, Big Freedia und anderen zusammenarbeiteten. Dann kam der Tag, an dem ihnen ein eigener Verlagsvertrag angeboten wurde. Cool, oder? Nun, was das angeht: "Alle sagten immer wieder: 'Das Zeug, das ihr schreibt, ist ein bisschen zu links von der Mitte - verrücktes Zeug'", erinnert sich Morrissey. "Warum gründet ihr nicht euer eigenes Projekt?" So entstand Ill Peach, eine Pop-Band mit Punk-Attitüde und einer Vorliebe für das Faule und das Süße, mit einer Herangehensweise ans Musikmachen, die in etwa so aussieht: "Willst du eine Gitarre in die Hand nehmen und auf diesem Wasserkrug sitzen, und wir nehmen es mit dem iPhone auf und kreieren ein schräges Schlagzeugmuster?" Nach einer Reihe von gut aufgenommenen EPs auf ihrem eigenen Label Pop Can Records (ein Plattenlabel und Künstlerkollektiv, das Morrissey und sein enger Mitarbeiter Jesse Schuster zusammen mit Freunden betreiben), einer digitalen Single für die 15-Jahres-Jubiläumsreihe von Hardly Art und einigen farbenfrohen Musikvideos, die die visuelle Ästhetik der Band zusammen mit ihrem Sound herauskristallisierten, kommt das "verrückte Zeug" von Ill Peach auf ihrem ersten Album zum Tragen: eine Sammlung hymnischer Songs, die sich aus fröhlichem Pop und düsteren experimentellen Elementen zusammensetzen (Morrissey nennt den skulpturalen Einsatz von Verzerrungen auf den letzten Alben von Low als Inspiration), unterstrichen von eingängigen Refrains, die man in der Sicherheit des eigenen Schlafzimmers oder mit einer Gruppe von Freunden bei einer der intensiven Live-Shows von ill peach mitschreien kann. Eine Kombination aus Hoffnung und Angst zieht sich durch das Album und spiegelt sich in einer ebenso eklektischen wie unprätentiösen Klangpalette wider (Alternative! Electronica! Indie! Radio Pop! Coldplay!). Letztlich ist das Album eine Platte über Heilung, ein Prozess, über den oft in New-Age-Manier gesprochen wird, der aber in Wirklichkeit sehr verwirrend und, ja, seltsam sein kann. Aber es ist die schöne Fremdheit des Lebens, die Ill Peach auf "This is not an Exit" so gut einfangen.