Dirty Nil, The - Master Volume
Das wird die Durchbruchsplatte!
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Beschreibung

Klar, über 350 Shows in nur 3 Jahren auf der ganzen Welt zu spielen, klingt ziemlich beeindruckend. Eine Show für The Who vor 50.000 Zuschauern eröffnen? Nicht schlecht für ein paar Großmäuler aus dem kleinen Dörfchen Dundas in Ontario, USA. Und klar, den Juno Award als "Breaktrough Group of the Year" macht die Eltern stolz. Aber all diese Erfolge sind nichts gegen die Ehre, die ihnen am 23.03.2015 zuteil wurde: "Wenn Du auf Reddit gehst", beginnt Drummer Kyle Fisher, "findest du ein Video aus unserer Instagram-Page im Top Listing auf der WTF Page! Wir waren damals in einem Hotel in East Dallas und wir mussten kurz darauf rausfinden, dass das kein besonders toller Ort zum Übernachten sein sollte. Der einzige verfügbare Raum war ein Raucherzimmer mit so einer üblen Plastikplane auf der Matratze. Es war eine abgefuckte Nacht dort drin, mit Polizei und Drogendealern auf den Fluren. Als wir am nächsten Morgen aufwachten und die Tür öffneten, war da eine ziemlich lange Ameisenstraße, die den kompletten Flur hinab führte..." Wie jede richtige Band, verarbeiten auch The Dirty Nil Traumata in ihrer Musik - und auf Master Volume, ihrem zweiten Album, finden sich die zahlreichen erschütternden Erfahrungen aus Amerikas ekelhaftesten Hotels im Song "Super 8" wieder. "I'm halfway to hell / It's called Super 8 Motel" singt Luke Bentham & zieht dabei die Worte in die Länge mit dem spürbaren Schmerz von jemandem, der darum kämpft, der Situation irgendetwas positives abzugewinnen - auf einer Matratze, die mit Bettwanzen und Flecken von zweifelhafter Herkunft gespickt ist. The Dirty Nil haben die vergangenen Jahre auf der Straße mit ihrem Debütalbum "Higher Power" verbracht und dabei die Bühne mit Acts wie Against me, Billy Talent oder Alexisonfire geteilt. Bands die sich, wie The Nil, jahrelang auf der Punk-Spur in den übelsten Spielunken ihre Sporen verdienen mussten, jetzt aber Arenen und Headliner-Festivalshows en masse spielen.

Mit Master Volume sind The Dirty Nil nun bereit, diesen nächsten Schritt zu gehen - und zwar nicht durch aufpolierte Radiosongs, sondern durch einen weitaus größeren, fetteren Sound, der nur darauf wartet, Stadien und Festivals mit lebendigen Rock'n'Roll-Fantasien zu füllen. "Ich glaube, die Erfahrung mit Acts wie Against me zu spielen - Bands, die eine richtige verdammte Rockshow abliefern - und zu sehen, was in einem großen Stadion funktioniert, hat definitiv auf unser Songwriting Einfluss genommen. Oft, wenn du richtig schnell spielst, klingt es großartig in einem Club. Aber wenn du in einer Arena stehst, mit einem Tontechniker, der vorher noch nie von dir gehört hat, sieht die Sache schnell ganz anders aus." so Luke. "Alle sagen immer "Ein guter Song ist ein guter Song!", egal wie er aufgenommen wurde. Aber ein guter Song kann kein guter Song sein, wenn keiner ihn richtig hören kann!"

Produziert John Gooodmanson, dem Veteran unter den Alt-Rock Architekten, entstand mit Master Volume ein Album, dass knirscht & grooved, wo die Band früher zu zerschmettern drohte, und dass die unverminderte rohe Kraft von The Dirty Nil in kontrollierten Wellen freisetzt, um auch den letzten Zuschauer in der hintersten Reihe zu erreichen.

"Es ist weniger ein Sprint und mehr ein Spaziergang", sagt Luke, wenn er über seinen ehemaligen Mitbewohner Ross Miller spricht, der Anfang 2017 den ursprünglichen Bassisten Dave Nardi ersetzte und bereits bei u.a. Wanda Jackson und Single Mothers spielte. "Ich liebe Drums", erklärt Ross, "deshalb will ich sie beim Bassspielen so gut wie möglich klingen lassen. Kyle hat diese coolen Grooves und ich will nicht derjenige sein, der sie versaut. Ich will, dass sie viel Platz haben, damit sie bestmöglich zur Geltung kommen." "Es braucht schon ziemlich viel Selbstvertrauen, um langsamer zu spielen und einen wahrnehmbaren Puls zu haben - und Ross bounced einfach", fügt Luke hinzu. "Und Kyle spielt diese Hiphop-Drums - es hat viel Spaß gemacht darum Songs zu bauen. Ich habe Akkorde, Texte und Melodien mitgebracht, und die beiden haben ihre Sounds einfach wie die verdammten Funk Brothers darübergegossen."

Und dennoch: The Dirty Nil haben sich nicht in eine hemdenlose, bass-slappende Chili-Peppers-Punk-Funk-Unit verwandelt - auch, wenn das nichts schlimmes wäre. Schließlich war die Band begeistert, mit Goodmanson zu arbeiten - nicht weil er Sleater-Kinney, Bikini Kill, Blonde Redhead oder eine Menge anderer hoch angesehener Indie-Rock-Acts produziert hat - sie waren vor allem beeindruckt von seinen Mosh-freundlichen Referenzen.
Luke: "Wir haben ihn verdammt noch mal die ganze Zeit für diese nu-metal Geschichten bestraft. "Death Cab für Cutie? Ist uns scheißegal! Erzähl uns etwas über Saliva!"Ich denke, eines der wichtigsten und befreiendsten Dinge über das Klima, in dem wir dieses Album gemacht haben, ist, dass wir White Noise und Sugar Ray und alles dazwischen feiern - scheißegal was. Wir alle lieben Rockmusik, sogar schreckliche Rockmusik. Wir hören alles von Kill Em Alland My Warran über Aerosmith bis zu St. Anger." Und außerdem klauen sie schamlos Songtitel der Beatles ("Please, Please me") und Cheap Trick ("Auf Wiedersehen"), einfach nur zum Spaß. ("Wir verbessern die Songs nur", sagt Luke mit einem unsubtilen Grinsen im Gesicht). Aber die Freude und die Bravour, mit der The Dirty Nil die kraftvollen Power-Pop-Botschaften von Master Volume liefern, liegen oft über den düsteren Geschichten, die in ihren Songs eingebettet sind. Die ersten beiden Tracks allein - "Thats what heaven feels like" und "Bathed in Light" - lassen Luke in zwei verschiedenen Autounfällen sterben, durch zerschlagene Windschutzscheiben fliegen und mit seiner toten Oma sprechen. Mit "Always High" besingt er einen verunglückten Fahrer, der mit offenem Kopf am Straßenrand liegt. ("Was soll ich sagen, der größte Teil des Rock'n'Rolls, den ich in meinem Leben konsumiert habe, hat etwas mit schnellen Autos zu tun, so Van Halen das auch klingen mag", sagt Luke. "Und wir haben in den Südstaaten definitiv einiges an Blut am Straßenrand gesehen.") "I don't want this Phonecall" ist eine noch brutalere Abhandlung über den drohenden Tod, in dem Luke einen drogensüchtigen Freund anfleht, sich Hilfe zu suchen, um ihm den unvermeidlichen Anruf aus dem Leichenschauhaus zu ersparen . Und sicher, das Album hat zwei Songs, die sich praktisch als Balladen bezeichnen lassen könnten, wobei der erste ("Auf Wiedersehn") seinen Schmerz in einem Kehlkopf-zerstörenden Refrain aus "Fuck You"s entfesselt, und der zweite ("Evil Side") einen atomaren, intensiv-lauten Höhepunkt aufbaut, der, live gespielt, ein Erdbeben auslöst, das einen ganzen Circle Pit verschlingen kann. Luke erklärt: "Ich öffne einfach meinen Mund und fange an zu spielen - und es kommt eine ziemlich abscheuliche Scheiße dabei heraus! Ich habe definitiv einen Hang zum Morbiden, aber ich versuche auch gerne, ein Grinsen darin zu verstecken, weil ich denke, dass es wichtig ist, nicht immer nur das Gleiche zu machen. Deshalb inspirieren mich auch Autoren wie Townes van Zandt - er hat diese Art von Trostlosigkeit, die hier und da mit etwas Humor gespickt ist." Geladen mit stetig-groovenden Songs über das schnelle Leben und lebensbejahenden Hymnen über einen frühen Tod ist Master Volume eine einfach eine Schippe drauf auf alles, was The Dirty Nil bisher preisgegeben hat. Die wichtigste Eigenschaft von The Dirty Nil: ihre Weigerung, sich definieren zu lassen. Sie sind zu melodisch und muskulös, um reiner Punk zu sein, aber zu rau und zu verrückt, um als straighter Pop zu bestehen; zu frech, um offen politisch zu sein, aber immer noch akut im Einklang mit der unruhigen, ängstlichen Energie der Zeit, in der wir leben. Egal, ob du die Katharsis in einer Surf-Crowd erlebst oder im Straßenprotest steckst, Master Volume fängt den ekstatischen Ansturm ein, der dich in einem solchen gemeinschaftlichen Moment überkommt - und die panische Angst, dass alles jede Sekunde in sich zusammenbrechen kann. Luke schließt mit einem Lachen: "Wir bezeichnen uns lediglich als nichts anderes als - die beste Band. Das ist unser Genre!"

Format: lp CD
Medium: cd Vinyl
Versandgewicht: 0,40 kg

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